Die selige Ludovica Albertoni

Die selige Ludovica Albertoni

Die selige Ludovica Albertoni

Partager
Origine et date: 
Entre 1674 et 1710

Das Bildnis jener, die ihr Leben den Armen des populären, römischen Viertels Trastevere widmete, wurde von Bernini 1674 ausgeführt. Es war für den Altar bestimmt, der das Grab der Seligen in der Grabkapelle der Familie in der Kirche San Francesco a Ripa überragte. Die Ikonografie wurde durch die Biografie inspiriert, die anlässlich des Seligsprechungsprozesses, der 1671 stattfand, geschrieben wurde: Man sieht Ludovica vom Fieber niedergeworfen, das sie 1533 dahinraffen sollte. In Erwartung ihres Todes, der sie mit Christus vereinigen würde, suchte sie Zuflucht in der Eucharistie. Dieses Spätwerk wird von Pathos geprägt. Die Position der Hände, der gekrümmte Körper und die Bewegung des Gewandes geben die Agonie wieder.

Die berühmte Skulptur diente als Vorlage für zahlreiche Kopien und Verkleinerungen. Die Terrakottafigur des Musée Magnin entspricht dem Originalmarmor, sie wurde zweifellos von einem Mitglied des Ateliers des Künstlers angefertigt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie als Rundplastik konzipiert wurde: Die Rückseite ist vollendet. Diese Verkleinerung scheint für einen Kunstliebhaber bestimmt gewesen zu sein. Sie zeugt von einer Entwicklung des Zeitgeschmacks: Terrakotta erfreut sich ab dem 18. Jahrhundert großer Beliebtheit und die religiöse Skulptur des 17. Jahrhunderts wird nun anders wahrgenommen. Man sieht darin nicht mehr die vibrierende Mystik, die strenge Lehre der Kunst, selig zu sterben, sondern ein sinnliches, mehrdeutiges Bild, das mit dem ästhetischen Genuss in Verbindung gebracht wird, und dessen Material und Format diesem persönlichen Vergnügen angemessen ist.