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grafische Künste

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Die Magnins erwarben den Großteil ihrer Zeichnungen später als ihre Gemälde, vielleicht erst als sie sich mit dem Gedanken trugen, ein Museum zu gründen. Den Mittelpunkt der beiden Sammlungen bilden die verschiedenen künstlerischen Strömungen vom 16. bis 18. Jahrhundert in Italien und Deutschland, vom 17. bis 18. Jahrhundert in Großbritannien, Spanien und vor allem in Frankreich, wobei ihr Interesse der Kontinuität und nicht den Umbrüchen galt. Die Magnins dokumentierten ihr Projekt nicht, aber anhand der Sammlung erkennt man, dass es ihnen darum ging, Ensembles zusammenzutragen und auszustellen, sowohl die Zeichnungen als auch die anderen Werke. Ein beredtes Zeugnis dafür sind die zahlreichen Künstler, die mit Gemälden und Zeichnungen vertreten sind: Le Sueur, La Hyre, Bardin, Hoin, Drolling, Alexandre-Evariste Fragonard, Delaroche, Vernet, Couture, Isabey, Dauzats, Dagnan-Bouveret, Galland, Lairesse, Mengs und viele andere.

 

Der italienische Teil umfasst einige schöne Zeichnungen, wie die Studie des Cavalier d’Arpin, das Erinnerungsporträt von Leoni, die Studie von Casolano aus Sienna, eine Fuite en Egyp [Flucht aus Ägypten] des Neapolitaners Corenzio. Unter den englischen Zeichnungen findet man mehrere interessante Studien von Füssli, Cotes und vor allem Wilkie.

 

Der französische Teil umfasst mehr als vierhundert Zeichnungen, wobei die Malerei im 17. Jahrhundert besser vertreten ist. Erwähnenswert sind insbesondere die Zeichnungen von Courtois, Bourdon und La Fage, einem herausragenden Künstler, der sich ausschließlich den grafischen Künsten widmete. Im 18. Jahrhundert steht indes die Zeichnung im Vordergrund mit Spätwerken von Greuze und Boucher, Studien von Natoire, Vien, Challe und Vincent – von ihrem Aufenthalt in Rom -, Gamelin, Carle van Loo, Pierre, Boissieu und Lallemand (Place royale in Dijon).

Einen der Schwerpunkte der Sammlung bildet der Neoklassizismus um 1800: eine eindrucksvolle Studie von David für La Mort de Socrate [Der Tod des Sokrates], Werke von Berthélémy, Auguste, Moitte, Drouais, Meynier und Bertin.

 

Mehrere Blätter zeugen von der Vorliebe der Magnins für die Romantik, der Bogen spannt sich von Balze, der dem Vorbild von Ingres folgte, bis Delacroix, von den Brüdern Johannot bis Alexandre-Evariste. Zur Sammlung gehören auch einige schöne Landschaften aus dem 19. Jahrhundert von Cabat, Vollon und Cicéri. Ein Porträt von Wicar, die Landschaft mit Schlange von Girodet und Les Vanneaux [Die Kiebitze] von Bracquemond sind die Höhepunkte der Abteilung.

Die Sammlung umfasst auch rund dreißig druckgrafische Werke, die sich durch ihre außergewöhnliche Qualität auszeichnen.